Angst vor Spinnen ?

Die Angst vor Spinnen gehört zu den am weitesten verbreiteten Ängsten, doch woher genau kommt diese und ist sie überhaut gerechtfertigt ?

Die Angst vor Spinnen ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Jeder kennt eine Person, die beim bloßen Anblick eines dieser Krabbeltiere kreischend das Weite sucht. Bei manchen Menschen kann diese Angst sogar so ausgeprägt sein, dass sie als Phobie und somit als ernsthafte Erkrankung gilt. Menschen, die an der sogenannten Arachnophobie leiden, sind nicht einmal in der Lage, ein Bild einer Spinne zu berühren oder trauen sich nicht mehr in den eigenen Keller.

Dabei wird die Gefährlichkeit von Spinnen vollkommen überschätzt. Die hier heimischen Arten sind für den Menschen vollkommen harmlos. Lediglich der Biss des im Südwesten Deutschlands beheimateten „Dornfingers“ kann beim Opfer leichte Übelkeit auslösen.⁴ Sogar die von vielen so gefürchteten Vogelspinnen sind, trotz ihrer Größe, für uns Menschen völlig ungefährlich.

Zu den wenigen, für uns Menschen wirklich gefährlichen Spinnen, zählen vor allem die Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus), die Bananenspinne (Phoneutria nigriventer) und die Schwarze Witwe (Latrodectus mactans). Ihre Bisse können auch für den Menschen durchaus tödliche Folgen haben. Die Verbreitung dieser Arten beschränkt sich jedoch lediglich auf Australien, Brasilien und Teile Nordamerikas. Bei uns in Deutschland kommen in den heimischen Kellergewölben vor allem Winkelspinnen (Tegenaria) , Zitterspinnen (Pholcidae) und Springspinnen (Salticidae) vor.

 

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Wie kommt es also zu dieser ausgeprägten Angst des Menschen vor Spinnen ?

Theorie 1:

Ein Ansatz zur Erklärung wäre, dass es sich hierbei um einen Urinstinkt des Menschen handelt, der schon zu Urzeiten gelernt hatte, sich vor potentiell gefährlichen Tieren zu schützen.
Dies erklärt aber noch nicht, warum gerade die Angst vor den doch eigenlich so harmlosen Spinnen so enorm groß ist.  In einem Versuch wurden Studenten gebeten, sich Bilder von unterschiedlichen Kleintieren wie Motten, Bienen, Wespen, Käfern und Spinnen anzusehen und diese im Hinblick auf die dadurch ausgelöste Angst und Ekel zu beurteilen. Dabei kam heraus, dass Spinnen die mit Abstand größte Angst bei den Testpersonen auslösten.¹ Gleichzeitig gelten Spinnen in einigen Ländern sogar als Delikatesse.¹,²

Theorie 2:

Eine weitere Theorie ist, dass uns besonders die Zahl der Beine so wie die Fortbewegungsart der Spinnen Angst machen. So bewegen sich Spinnen oft sehr plötzlich und schnell und machen dabei keinerlei Geräusche. Einige Forscher gehen davon aus, dass wir eine angeborene Scheu vor kleinen krabbelnden Tieren besitzen, die auf unseren Körper klettern könnten. Diese wollen wir reflexartig abschütteln. Durch ihre lautlose Fortbewegung und das Herabseilen von der Decke oder plötzliche hinter Möbeln Auftauchen erzeugen Spinnen womöglich eine intensivere Angstreaktion als große Tiere, die man schon aus der Ferne auf sich zukommen sieht. Der zweite Aspekt ist das Aussehen der Spinne. Je mehr ein Tier vom Körperschema des Menschen abweicht, desto eher erschreckt es uns. Trotzdem scheinen uns Spinnen immer noch mehr Angst zu machen als etwa andere Insekten. ¹,²,³,⁴

Theorie 3:

Die dritte Theorie umfasst das Modelllernen. Demnach ist es keine angeborene, von Urinstinkten getriebene Angst, sondern wurde als Kleinkind erlernt. Somit haben wir diese Angst vermutlich von Kindesbein an von Eltern, Gleichaltrigen oder auch den Medien erlernt. Dies zu bestätigen scheint auch ein berühmter Versuch mit Rhesusafften. Die im Labor geborenen Tiere zeigten keinerlei Angst vor Schlangen. In freier Wildbahn geborene Resusaffen hingegen schon. Wurde den Laboraffen das Verhalten der Affen in freier Wildbahn jedoch gezeigt, übernahmen diese die Angst vor Schlangen ziemlich schnell. Eine Phobie entsteht dennoch normalerweise nur, wenn man schlimme Erfahrungen gemacht hat.¹,²,³

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Die angespannte Beziehung zwischen Mensch und Spinne ist und bleibt für die Psychologie unergründlich. Eine Ausstellung, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, findet momentan im Allwetterzoo Münster statt. Neben einigen Themenblöcken mit umfasseden Informationen sind hier 60 verschiedene Spinnenarten aus Nord-, Mittel-, Südamerika, Europa, Asien und Afrika zu bestaunen. Die Ausstellung mit dem Titel „Diversität der Spinnentiere – von der Evolution und der Artenvielfalt bis zur Spinnenphobie und wirtschaftlichem Nutzen von Spinnen“ ist noch bis zum 30.06.2018 geöffnet.

Link zur Ausstellung: https://www.allwetterzoo.de/de/zoo/news/neues-aus-dem-zoo/News-180419-Spinnenausstellung/#
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Links & Quellen:
1 https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article2736843/Woher-die-Angst-vor-Spinnen-kommt.html
2 https://www.planet-wissen.de/natur/insekten_und_spinnentiere/spinnen/pwiearachnophobieangstvorspinnen100.html
3 https://www.thieme.de/de/psychiatrie-psychotherapie-psychosomatik/woher-kommt-die-angst-vor-spinnen-49410.htm
4 https://www.wissen.de/raetsel/arachnophobie-warum-haben-menschen-angst-vor-spinnen

 

Von |17.05.2018, 12:25|0 Kommentare

Verfasst von

Robert Fischer
Ich bin hier nur der Praktikant :)